Was ist ein Fremdwährungskredit?


Eigentlich ist ein Fremdwährungskredit ein Spekulationsgeschäft. Die SchuldnerInnen hoffen auf Vorteile bei Zinsen und Währungskurs.
Doch diese Wette ist riskant.

Bei einem Fremdwährungskredit leiht man sich Geld in einer fremden Währung, beispielsweise Schweizer Franken, und muss die Schulden auch in dieser Währung wieder zurückzahlen.

Praktisch heißt das: Die Bank besorgt bei einer Schweizer Bank die vereinbarte Summe an Franken, tauscht sie um und zahlt sie dem Kreditnehmer oder der Kreditnehmerin aus. Um die Zinsen und den Kredit zurückzuzahlen, tragen die KreditnehmerInnen ihre Euro zur Bank, die sie wiederum in Franken umtauscht und an die Schweizer Bank überweist.

Wenn man Glück hat, kann man beim Fremdwährungskredit trotz der hohen Kosten dennoch günstiger fahren als bei einem normalen Kredit in Euro. Das liegt daran, dass in den unterschiedlichen Währungen die Zinsen unterschiedlich hoch sind.

Fremdwährungskredite werden in Währungen aufgenommen, bei denen niedrigere Kreditzinsen verlangt werden als beim Euro. Und man spekuliert darauf, dass die Zinsen auch niedriger bleiben. Doch diese Wette geht nicht immer auf.

Und dann gibt’s noch die Spekulation mit dem Wechselkurs. Fällt der Wert der Fremdwährung gegenüber dem Euro, muss man natürlich auch weniger zurückzuzahlen. Denn man muss weniger Euro umtauschen, um die Schuld zu begleichen.


Sagen wir, Du nimmst Dir als Fremdwährungskredit EUR 100.000 zu einem Kurs von 100 gegenüber der ausländischen Währung auf. Fällt der Kurs auf 95, schrumpfen deine Schulden auf EUR 95.000. Steigt der Kurs jedoch auf 110, dann schuldest Du statt EUR 100.000 plötzlich EUR 110.000.

 

Die Risiken bei einem Fremdwährungskredit sind aber leider sehr hoch: Der Wechselkurs kann steigen, damit steigen auch die Schulden. Die Zinsvorteile können sich ebenfalls in Luft auflösen.

Schön wäre, wenn’s HellseherInnen gäbe, die Zins- und Kursentwicklungen genau vorhersehen können. Gibt’s aber nicht. Wegen des hohen Risikos werden Fremdwährungskredite in Österreich daher nur noch selten an Privatpersonen vergeben. Außerdem gibt es strenge Auflagen von der Finanzmarktaufsicht (FMA), an die sich Banken halten müssen:

Mindeststandards zu Fremdwährungskrediten von der FMA (Finanzmarktaufsicht)