Das Recht auf ein eigenes Konto

 

Warum ist ein Konto so wichtig?

Ein Leben ohne Konto ist zwar möglich, aber schwierig. Daher hat die EU entschieden, dass jeder Mensch ein Recht auf ein Konto hat.

Spätestens, wenn du deinen ersten Job hast, brauchst Du ein Konto. Eine Lohntüte, in der Arbeiterinnen und Arbeiter früher am Ende der Woche ihr Geld bekommen haben, gibt’s längst nicht mehr. Dein Arbeitgeber oder deine Arbeitgeberin überweist dir dein Gehalt oder deinen Lohn. Barzahlung ist nicht vorgesehen.

Auch für die erste eigene Wohnung brauchst Du ein Konto: VermieterInnen akzeptieren heute kaum noch Barzahlung. Ebenso wenig Telefongesellschaften, Internetprovider, Energieversorger, Versicherungen und so weiter.

Wenn Du beispielsweise deine Handy-Rechnung zahlen musst, kannst du nicht zur Telefongesellschaft gehen und das Geld bar übergeben. Du musst die Rechnung überweisen. Wenn Du kein Konto hast, musst du den offenen Betrag am Bankschalter bar einzahlen. Dafür verrechnet die Bank relativ hohe Spesen. Nichts kostet es dich, wenn du das über ein Jugendkonto mit Online-Banking selbst erledigst.

EU-Beschluss: Jeder bekommt ein Konto 

Seit 2016 hat jeder Mensch mit Wohnsitz in der EU das Recht auf ein eigenes Konto. Davor haben Menschen, die keinen festen Wohnsitz oder Schulden haben, nämlich von den meisten Banken kein Konto bekommen. Das betrifft beispielsweise Obdachlose, aber auch StudentInnen aus dem Ausland.

Ein Leben ohne Konto führt in einem Teufelskreis: Ohne Wohnung und Job kein Konto – und ohne Konto keine Wohnung und kein Job. Die Erste Stiftung ermöglichte 2006 die Gründung der „Zweiten Sparkasse“, damit Menschen, denen sonst überall ein Konto verweigert wurde, wieder auf die Beine kommen können. Heute gibt's die "Zweite Sparkasse" immer noch: Sie hilft Menschen durch Beratung aus der Schuldenfalle.

Das meiste Geld gibt’s nicht in bar

Der Großteil der Zahlungen wird heute bargeldlos durchgeführt. Dazu braucht man keine Münzen und Scheine mehr, sondern Buchgeld, auch Giralgeld genannt. Das ist Geld, das nur in den elektronischen Speichern der Geldinstitute existiert und auf verschiedene Konten gebucht wird. Daher braucht man auch ein Konto, um am modernen Zahlungsverkehr teilhaben zu können.